Die Geschichte zur Entstehung der Welt Athela

In „Die Bücher der alten Schriften“ steht geschrieben:

Emphis und Nura sind Gegenstücke im Nichts. Köperlos. Sie existieren. Ihre natürlichen Interaktionen und der gegenseitige Austausch von Licht und Dunkelheit, von Wärme und Kälte erzeugt eine anhaltende Bindung. Sie hören und verstehen sich und wie sie weilen in Einklang und Harmonie.

Und es geschah unerwartet, dass Nura inmitten der endlosen Schwärze ein permanent gleißendes Licht setzte. Sie nannte ihr Schaffen Anhár. Der Glanz und die Pracht verwirrte Emphis, so dass er für einen Ausgleich sorgen musste, um das Gleichgewicht beider Mächte wieder herzustellen. Folglich ließ er eine unsichtbare Kraft namens Anhúr um das grelle Licht wirken, die Anhárs Effekt Einhalt gebot. Da sprach Nura: „Aus dem Licht, das ich erschuf, machet den Pfad frei für das Sein. Lasst herrliche Dinge emporkommen – öffnet euch für mich und führet dieses Thema aus. Ich möchte froh sein und sehen, wie Schönheit zum Leben erwacht.“
Emphis lachte. „Ihr wollt ein Ungleichgewicht unserer Kräfte. Doch stehe ich für Stasis und das Nicht-Sein. Und mich könnt ihr nicht bestehen.“ Da begann Nuras Stimme zu erschallen wie Instrumente, und sie machten aus ihrem Wunsch eine große Musik. Die Klänge ließen Anhár noch stärker erstrahlen, und dort, wo Emphis sich befand, quollen Licht und Melodie über und schossen hinaus in die Leere. Emphis sah sich nun im Zugzwang. Er trommelte und posaunte in einem falschen Rhythmus daher und Anhúr und Anhár begegneten sich somit in einem langen und lauten Kräftemessen.
Nura erhob sich und lächelte, denn Anhár gewann anfangs an Kraft und war von neuer Schönheit. Doch die Gegenwehr und die Misstöne Anhúrs bäumten sich auf und widerstritten ihr, und abermals, heftiger als zuvor, führten sie Krieg. Emphis schien zu obsiegen, das Trommeln lauter und das Posaunen schriller. Und inmitten des Kampfes, im endlosen Nichts, erschütterte ein Knall die Leere. Der Lärm endete abrupt. Da sagte Nura: „Sehet, dies ist nun unser beider Werk. Anhúr und Anhár haben sich geeint.“ Sie sahen eine Welt, und sie wölbte sich in der Leere und wurde von ihr getragen. Und als Nura und Emphis sahen und staunten, da tat diese Welt ihre Möglichkeiten vor ihnen auf, denn sie wollte fortan leben und wachsen.

„a I“ wurde sie von ihren Schöpfern getauft, was in unserer Sprache so viel wie „Ich bin“ bedeutet. Die Lebewesen gaben dieser Welt den Namen Athela.

„Die Zeit der Entstehung und Veränderung“ vor dem Ersten Zeitalter (vEZ)

Das Kräftemessen war vorüber und beide gingen in ihre Koexistenz zurück. Doch Emphis schmiedete insgeheim einen Plan und sandte drei Geistwesen, die Agnatar, die auf Athela wandeln sollten, um das Vorhaben ihres Schöpfers umzusetzen: die Welt zu zerstören. Nura aber wachte und horchte und natürlich missfiel es ihr. Und so schickte sie ebenso hüllenlose Gestalten hinunter, fünf an der Zahl: die Alduin.

Und inmitten all dieser prächtigen Wunder auf Athela, schauten die Alduin auf die weiten Landschaften dieser Welt und ihre Herzen erfreuten sich des Lichts, und ihre Augen waren froh der vielen Farben, die vielen Elemente, aus denen diese Welt gemacht war: Eisen und Stein, Silber und Gold und viele andere Stoffe. Doch tobte die See, Feuer loderte in vielen Teilen Athelas und in den Tiefen bestimmten die Agnatar weite Hallen, wo dunkle Gedanken für Leid und Zerstörung fruchteten. Unermessliche Kälte von der einen, und feurige Winde von der anderen Seite sollten folgen, um das Grün und warme Blau auf ewig zu unterbinden. Landschaften und erbaute Konstruktionen wurden dem Erdboden gleichgemacht, verbrannte Erde wiederum durch fruchtbare ersetzt. Und Athela selbst indes weinte so sehr, dass sich die durch Beben der Zerstörung entstandenen Spalten und Risse der Erdkruste mit den Tränen ob des Verlustes und der Schmerzen füllten.

Der Kampf der Geistwesen hielt eine Ewigkeit an und schwächte ihre Schöpfer. Emphis und Nura verloren die Kontrolle über ihre Gesandten und so entschieden sie, dem ein Ende zu setzen. „Das Gesicht der Welt wurde entrückt, noch bevor das Leben wahrlich wandeln konnte. Ich weiß um euren Wunsch, Emphis, und dieser ist nun auch meiner. Also sage ich: Athela soll sein!“ Sie lockte die Alduin und die Agnatar an einen Punkt und zündete eine riesige Energieexplosion, die die Geistwesen auslöschte. Ihre Tat glich jedoch nicht ihrer Natur, so dass sich ein Phänomen freisetzte, das bis heute noch teilweise unerforscht ist: Eine Art Astralenergie breitete sich aus und durchdrang alles, ob tot oder lebendig: Die Magie nahm ihren Platz in der Welt ein.

„Das Sementum“ oder „Die Jahre der Saat“ (vEZ)

Die Schöpfer Nura und Emphis pflanzten vier Samen: zwei in die fruchtbaren Böden, einen im Gestein der mächtigsten Gebirgsketten und ein Samen in den Tiefen der Welt. Aus ihnen erwuchsen die sogenannten Wächter – die Mütter und Väter ihrer baldigen Kinder. Nura und Emphis zogen sich indes zurück und überließen Athela den Wächtern.
Doch als diese erwachten, waren sie zuerst befremdet und ohne Rat, denn nichts schien fertig zu sein: Die weiten Flächen der Welt waren ungestaltet, durcheinander. Das Wasser wollte nicht fließen, die Bäume verankerten sich nicht mit dem Boden. Und so musste erst begonnen werden, das Chaos zu beseitigen.

Auch war es dunkel in Athela. Die Wächter Goron und Elvea taten sich zusammen und schenkten der Welt Licht. Goron erschuf mit seinen fleißigen Händen zwei Himmelskörper aus Stein und hing diese hoch hinaus. Durch gewaltig große Zahnräder wechselten sich nun Sonne (Anhár) und Mond (Anhúr) in einem regelmäßigen Tag- und Nachtzyklus ab. Elvea gab ihnen das Leuchten und setzte auch viele kleine leuchtende Punkte weit hinter dem Horizont, die des Nachts für ein wunderschönes Bild sorgten.

Ihre gewaltigen Mühen in den unermesslichen, ungezählten und vergessenen Jahren zahlten sich letztlich aus. Flora gedieh und Faune belebte die weiten Lande, und das Klima ordnete sich den weltlichen Gefügen, bis dann in den Tiefen und in den Weiten dieser Welt jene Stunde erreicht war, dass ihre Kinder nun endlich ihre neue Heimat betreten konnten. Goron erwartete seine Zwergenkinder aus Stein, Elvea ihre Elben, die ihre Wächterin später auch „Die Sternenkönigin“ nannten, Timtai hielt seine Menschen in seinen Armen und Selûmil betrachtete ihre Macar nur aus der Ferne …

Die Entstehung Athelas.
Die Entstehung Athelas.

Worte zu Goron

„Die Geschöpfe [Zwerge] meiner Kunst leben nur aus meinem Gestein, sie bewegen sich, wenn ich gedenke, sie zu bewegen, und wenn mein Gedanke anderswo verweilt, stehen sie still.“

Goron ist der Schöpfer der Zwerge, der Herr über Athelas Rohstoffe und der Meister aller Handwerke. Die Zwerge erschuf er in den Tiefen und der Dunkelheit Athelas und er unterrichtete sie schon früh, damit seine Kinder die Schönheit dieser Welt schnell zu schätzen wussten. Auch lehrte er ihnen eine eigene Sprache Kalik, die Goron für sie allein erdacht hatte. „Sie werden im Schatten der Welt leben und sich nicht um die Dinge kümmern, die oberhalb geschehen werden. Doch kommen sie hervor, wenn Hunger sie treibt und das Holz zum Schüren der Schmiede zur Neige geht.“

Goron gehört zu den maßgeblichen Gestaltern Athelas, ebenso erschuf er auch alle Gebirge, die tiefe Schatten in die Welt werfen. Und weil es an Licht fehlte, erarbeitete Goron mit seinem mächtigen zweihändigen Schmiedehammer auf Bitten der anderen Wächter die zwei Himmelskörper Anhár und Anhúr, um Athela abwechselnd zu erhellen.

In der Zwergensprache Kalik wird Goron „Dûr“ genannt, was so viel wie „Vater“ heißt.

Worte zu Timtai

Der Wächter und Schöpfer der Menschen ließ seine Kinder mit dem ersten Sonnenlicht der Anhár erwachen. Er war ebenso der König der Wächter. Timtai stand den Schöpfern Nura und Emphis am nächsten und verstand ihre Visionen am besten.

Timtais Aufmerksamkeit galt auch der Fruchtbarkeit der Böden Athelas, damit Felder, Äcker, Flora und Fauna gedeihen konnten – er erhielt so denn den Beinamen „Herr der Leben“. Sein Thron stand auf dem Gipfel des Montequais, von wo er die ganze Welt erblicken konnte. Wenn er auf seinem Thron saß und hinausblickte, konnte er mit dem Silír, dem Auge der Weitsicht, weiter als alle anderen blicken, durch Nebel und Dunkelheit und über das weite Meer hinaus.

Er war es auch, der insgeheim Goron und Maen befehligte, die Machenschaften von Selûmil zu beobachten, da sie sich intensiv mit der unbekannten Energie befasste, die seit der Energieexplosion Athela durchdrang.

Worte zu Elvea

Elvea, die Elbin, war wunderschön, ihr Haar golden und ihre Haut hell, da sie das endlose Licht in sich trug.

Die Sterne über Athela wurden den silbernen Blüten des Silberbaumes geschaffen, der prachtvoll und romantisch in ihrem Garten stand. Und durch diese Tat erhielt sie den Beinamen „Die Sternenkönigin“ und sie erfüllte Anhúr und Anhár mit dem ewigen Leuchten. Es heißt, sie habe in jedem Elben einen hell leuchtenden Stern gesetzt, der jedem die Unsterblichkeit schenkte.

Sie wurde von ihren Kindern zum Anbruch der Nacht, wenn die Sterne sich aufzeigten, besungen. Heutzutage fällt ihr Name in vielen Gedichten und Liedern, die jedoch nur noch zu besonderen Anlässen vorgetragen werden.

Worte zu Selûmil

Großes Interesse zeigte allein Selûmil an der unbekannten Energie, die ganz Athela seit der Zerstörung der Geistwesen durchdrang. Sie war von großem Verlangen erfüllt, Dinge zu schaffen, die ihren eigenen Vorstellungen entstammten und eben nicht die Ziele und einstigen Visionen der Schöpfer umzusetzen. Und so zog sie sich aus Selbstsucht und Herrschaftsdrang aus der Gemeinschaft zurück. Selbst wollte sie sogar die Erstgeborenen der anderen Wächter aus Neid unterjochen, weil ihre eigenen Sprösslinge, die Macar, nicht vollkommen waren. Und als sie merkte, dass Elvea ihre Elben-Kinder den ihren weit voraus waren, verschwand Selûmil gekränkt in Dunkelheit und Schatten. In Einsamkeit und von Missachtung gegenüber ihren Geschwistern erfüllt, experimentierte sie mit der noch unbekannten Energie – der Magie – intensiver als die anderen Wächter es für nötig hielten. Ihre Macar vernachlässigte sie stattdessen.

Mit der Zeit wurde sie von Eifersucht und Hass zerfressen. Ihr Wesen wurde gnadenlos und tyrannisch. Aus ihrer einstigen Weisheit wurde List. Ohne sich zu schämen, wurde sie zu einer Lügnerin, um sich alles, was ihr nützen konnte, gefügig zu machen. Ihre Schöpfungskraft verausgabte sie für Zerstörung, Verzerrung und Nachahmung. Auch ihre neuen Kinder, die sie im Verborgenen erschuf, ahmte sie nur Schaffungen anderer nach, insbesondere die von Elvea. Denn angeblich unterhielt Selûmil eine intime Bindung zu ihrer Wächterin-Schwester Elvea, um an die Geheimnisse der Elben heranzukommen und so im Feuer ihres Hasses und in den tiefen Höhlen der Welt die Dunkelelben hervorbrachte. Spätestens jedoch mit Beginn des Ersten Zeitalters schwüren die Dunkelelben ihre Treue ihren zukünftigen Hexern und hatten sich ihrer Schöpferin losgesagt.

Die Macar erbauten im Ersten Zeitalter in der Nähe der Stadt Duh’Ghauk, im Lande Asna, einen Tempel, in dem Opfer auch heutzutage zu Ehren Selûmil verbrannt werden. Auch steht dort noch immer der Silberbaum Elveas, matt und blattlos, verweilt er neben dem Opfertempel, um die Sternenkönigin zu verspotten.

Die Timeline

  • Nura & Emphis

„Der Krieg der Klänge“

Athela wird erschaffen.

  • Die Agnatar & Die Alduin

„Die Zeit der Entstehung und Veränderung“

Die Geistwesen Agnatar und Alduin formen Athela. Und die Magie nimmt ihren Platz ein.

  • Die Wächter und ihre Kinder

„Das Sementum“ oder „Die Jahre der Saat“

Die Wächter erschaffen ihre eigenen Völker.

Timtai für die Menschen, Elvea für die Elben, Goron für die Zwerge und Selûmil für die Macar. Die Wächterin Selûmil erforscht im Verborgenen die Magie und bringt die Dunkelelben hervor.

227 Jahre, vEZ

Gründung des Magierordens

Ein Magierorden wird gegründet, bestehend aus Elben, Menschen, Macar und den Zwergen, um diejenigen zu fördern, die empfänglich für die Magie sind.

0, EZ

Der Erste Große Krieg

Der Magierorden spaltet sich aufgrund unterschiedlicher Herangehensweisen mit der Magie.

Mit dem ersten Krieg beginnt das Erste Zeitalter.

 

75 - 100 Jahre, EZ

Kurzgeschichten

Die Dunkelelben-Chronik I

Sammlung I & II

 

1115 Jahre, EZ

Kurzgeschichten

Die Dunkelelben-Chronik I

Sammlung III

 

2075 -2100 Jahre, EZ

Kurzgeschichten

Die Dunkelelben-Chronik I

Sammlung IV