Die Geschichte zur Entstehung der Welt Athela

In „Die Bücher der alten Schriften“ steht geschrieben:

Emphis und Nura sind in der Essenz des Nichts verankert, zwei Kräfte ohne physische Körper. Ihre Existenz ist geprägt von einem ständigen Austausch von Licht und Dunkelheit, Wärme und Kälte, der sie in einer tiefen, harmonischen Verbindung hält.

In einem unerwarteten Moment des Schaffens verlieh Nura der endlosen Schwärze ein strahlendes Licht, das sie Anhár nannte. Dieses überwältigende Juwel der Helligkeit verwirrte Emphis, der instinktiv eine ausgeglichene Kraft namens Anhúr erschuf, um das fragile Gleichgewicht zwischen ihnen zu wahren.

Da sprach Nura: „Aus dem Licht, das ich erschuf, machet den Pfad frei für das Sein. Lasst herrliche Dinge emporkommen – öffnet Euch für mich und führet dieses Thema aus. Ich möchte froh sein und sehen, wie Schönheit zum Leben erwacht.“

Doch Emphis wies sie scharf zurück. „Ihr strebt nach einem Ungleichgewicht, wohingegen ich für die Stille und das Nichts stehe.“

In einer leidenschaftlichen Antwort formte Nura eine Melodie, deren Klänge Anhár noch intensiver erstrahlen ließen, und die kreative Explosion forderte Emphis heraus. Er trommelte und posaunte in einem falschen Rhythmus dazwischen, und Anhúr und Anhár begegneten sich in einem langen und lauten Kräftemessen. Das Duell brachte die Leere zum Beben.

Nura konzentrierte sich und Anhár gewann an Kraft. Doch die Gegenwehr und die Misstöne Anhúrs bäumten sich auf und widerstritten Anhár, abermals heftiger als zuvor führten sie Krieg. Emphis schien zu obsiegen, das Trommeln ertönten lauter und die Posaunen schriller. Und inmitten des Kampfes im endlosen Nichts erschütterte ein Knall die Leere, und der Lärm endete abrupt.

Da sagte Nura: „Sehet, dies ist nun unser beider Werk. Anhúr und Anhár haben sich geeint.“ Sie blickten auf eine Welt, und sie wölbte sich in der Leere und wurde von ihr getragen. Und als Nura und Emphis entdeckten und staunten, da zeigte diese Kugel ihre Möglichkeiten vor ihnen auf, denn diese Welt wollte fortan leben und wachsen.

„a I“ wurde sie von ihren Schöpfern getauft, was in unserer Sprache „Ich bin“ bedeutet. Die Lebewesen dieser Welt gaben ihr fortan den Namen Athela.

„Die Zeit der Entstehung und Veränderung“

Die Zeit des Kräftemessens zwischen Nura und Emphis war vorüber, und beide begaben sich zurück in ihre geschaffene Koexistenz. Doch in den Schatten der Ruhe schmiedete Emphis insgeheim einen finsteren Plan. Er entsandte drei Geistwesen, die Agnatar hießen, auf den wundersamen Planeten Athela, mit dem Auftrag, die Welt ins Chaos zu stürzen und alles zu vernichten, was bereits existierte.

Nura aber wachte und horchte und entschied sich, dem entgegenzuwirken. Sie sandte fünf hüllenlose Gestalten, die Alduin, um die herrschende Bedrohung zu bekämpfen und das Gleichgewicht zu wahren.

Als die Alduin herniederstiegen und die strahlenden Landschaften Athelas betrachteten, erfüllte sich ihr Herz mit Freude über das funkelnde Licht und die leuchtenden Farben, die aus den Elementen Eisen, Stein, Silber und Gold geformt worden waren.

Doch während die Alduin die Schönheit feierten, tobte auch die See, und in den tiefen Hallen der Agnatar wuchsen dunkle Gedanken, die lediglich auf Zerstörung und Leid aus waren. Ein überwältigender Sturm eiskalter Winde und Ströme feuriger Lava bedeckten die Länder dieser Welt. Landschaften wurden niedergerissen, und die Erde erlitt einen schmerzhaften Wandel, während saurer Regen die Böden vergiftete.

Athela selbst weinte bitter über den Verlust und die Zerstörung, und die Risse der Erde füllten sich mit ihren Tränen.

Der Kampf der Geistwesen zog sich in die Länge und schwächte zugleich die Mächte ihrer beiden Schöpfer, die zunehmend die Kontrolle über das Geschehen verloren. In einem verzweifelten Versuch, das Unglück zu beenden, vereinten Emphis und Nura ihre Kräfte. „Das Angesicht der Welt ist bereits entrückt, noch bevor das Leben darin seinen Weg finden konnte. Ich weiß um Euren Wunsch, Emphis, und dieser wird nun auch meiner. So verkünde ich: Athela soll bestehen!“ Nura lockte die Alduin und die Agnatar an einen Ort und entfesselte eine gewaltige Energieexplosion, die die Geistwesen im Nu auslöschte. Doch ihre Tat glich nicht ihrer Natur, so dass sich folglich ein Phänomen freisetzte, das bis heute die Gelehrten in Erstaunen versetzt: Eine astrale Energie breitete sich aus, drang unaufhaltsam durch alles Lebendige und Unlebendige und definierte die Essenz dieser Welt neu. Die Magie war geboren.

„Das Sementum“ oder „Die Jahre der Saat“

Um ihre kreative Vision in die Tat umzusetzen, pflanzten die Schöpfer Nura und Emphis vier Samen. Zwei setzten sie sorgsam in die fruchtbaren Böden gesetzt, wo die Erde reich an Nährstoffen war und das Leben zu gedeihen versprach; der dritte Samen fand seinen Platz im harten Gestein der mächtigsten Gebirgsketten; und der letzte wurde in die geheimnisvollen Tiefen der Welt hinabgesenkt, wo das Licht nie schien.

Aus diesen Samen erwuchsen die sogenannten Wächter. Mächtige Entitäten, die sowohl Mütter als auch Väter ihrer zukünftigen Kinder sein würden und das Potenzial besaßen, Ordnung und Leben in die noch chaotische Welt zu bringen. Nachdem die Schöpfer ihre Aufgabe in die Hände der Wächter gelegt hatten, zogen sich Nura und Emphis zurück, um den Wächtern die Freiheit und Verantwortung zu überlassen, die sie benötigen.

Doch als diese erwachten, wurden sie von einem Gefühl des Befremdens und der Ratlosigkeit überrollt. Vor ihren Augen erstreckte sich eine Landschaft, die wie ein unergründliches Puzzle wirkte, dessen Teile nicht zusammenzupassen schienen. Das Wasser weigerte sich beharrlich zu fließen, die Bäume hielten sich nicht im Boden fest, und alles befand sich in einem Zustand des Durcheinanders. Und um die Grundlagen für ein schönes Zuhause zu schaffen, war es daher unerlässlich, das Chaos zu beseitigen, was die Wächter vor eine enorme Herausforderung stellte.

Die Tage und Nächte waren tiefschwarz, wo das Licht der Sterne verborgen blieb. Die Wächter Goron und Elvea, beseelt von dem Wunsch, der Welt zu neuem Glanz zu verhelfen, vereinten ihre Kräfte. Goron formte aus den rohen Materialien der Erde zwei majestätische Himmelskörper mit seinen kräftigen Händen, die er hoch in den Himmel erhob. Mit Hilfe riesiger Zahnräder wechselten sich nun Sonne (Anhár) und Mond (Anhúr) in einem regelmäßigen Tag- und Nachtzyklus ab. Elvea hauchte ihnen ihr strahlendes Leuchten ein und setzte unzählige kleine, funkelnde Sterne in die weitläufigen Weiten des Himmels, die die Nächte in ein atemberaubendes Schauspiel verwandelten.

Die Hingabe und der Einsatz, die Goron und Elvea über nicht gezählte und vergessene Jahre aufbrachten, wurden schließlich belohnt. Über die Erdflächen breitete sich eine üppige Flora aus, und die Fauna erwachte, um die weiten Ländereien zu beleben. Auch das Klima, einst chaotisch und ungestüm, fand seinen Platz im neuen kosmischen Gleichgewicht.

Und so kam der ersehnte Moment, in dem die Kinder der Wächter Athela betreten konnten: Goron empfing seine steinernen Zwergenkinder mit großer Freude, während Elvea von ihren Elben umarmt wurde, die bald ihre Wächterin mit dem ehrwürdigen Titel „Die Sternenkönigin“ segnen würden. Timtai hielt seine Menschen zärtlich in seinen Armen, und Selûmil, die geheimnisvolle Wächterin der Macar, ihre Kinder nur aus der Ferne betrachtete.

„Das Erwachen der Magie“

In der neuen Welt war die Entdeckung der Magie ein entscheidendes Ereignis, das die Gesellschaft grundlegend veränderte.

Es begann mit einer Handvoll Individuen, die von der Magie „berührt“ wurden und bemerkten, dass sie außergewöhnliche Fähigkeiten in sich trugen. Einige konnten beispielsweise mit bloßem Denken Flammen entfachen, während andere in der Lage waren, Gegenstände nach ihren Vorstellungen zu formen oder diese mühelos durch die Luft gleiten zu lassen.

Diese „Magienutzer“, wie sie sich zuerst nannten, waren von ihrer neuen Gabe tief fasziniert und begannen, die Möglichkeiten ihrer Entdeckung zu erforschen. Bald gründeten sie einen Orden, der den Namen Magierorden trug und zu dessen Reihen Elben, Menschen, Zwerge und Macar gehörten. Gemeinsam begaben sie sich auf das Abenteuer, die noch unerforschte und junge Energie zu studieren und ihre potenzielle Anwendung zu diskutieren.

Im Laufe der Zeit wurde der Orden zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft und übernahm die Rolle eines ehrwürdigen Vermittlers zwischen den Völkern. Die Magier setzten ihre Begabung nicht nur zur Lösung komplexer Probleme ein, sondern trugen durch ihren Einsatz auch maßgeblich dazu bei, die Beziehungen zwischen den verschiedenen Völkern zu stärken, so dass Frieden, Zusammenarbeit und gegenseitiger Respekt in dieser magischen Welt herrschten.

In der Zwischenzeit zogen sich die Wächter zurück, verabschiedeten sich in einer stillen Zeremonie und überließen Athela ihren Kindern. Nur Selûmil, die in einer tiefen inneren Zerrissenheit gefangen war, blieb und versteckte sich in den dunklen Schatten der Unterwelt. Ihre Unzufriedenheit mit den Macar, die sie als Nachkommen geformt hatte, nagte an ihr, erzürnt über die Unfähigkeit ihrer Kinder, die Magie zu ihrer vollen Entfaltung zu bringen. Im Vergleich zu den erhabenen Elben, den robusten Zwergen und den cleveren Menschen schienen die Macar geradezu schwach und unterlegen.

Unzählige Jahre vergingen, während Selûmil in den labyrinthartigen Höhlen der Unterwelt mit unermüdlichem Eifer die Geheimnisse der Magie erforschte. Ihr Verlangen, das perfekte Volk zu erschaffen, das alle anderen Rassen in den Schatten stellen würde, trieb sie unaufhörlich an. Die Fortschritte, die sie machte, waren zwar langsam, jedoch auch sehr gefährlich. Die daraus folgenden Konsequenzen kümmerten sie nicht: Die Erdbeben, die durch ihre Experimente ausgelöst wurden, rissen nicht die Erdplatten auseinander, sondern führten auch zu tiefgreifenden Veränderungen für alle Lebewesen, die sich nach den Plattenverschiebungen an die neuen Gegebenheiten anpassen mussten. Des Weiteren strömten aus den geheimnisvollen Tiefen der Höhlen bizarre Kreaturen, die die Oberwelt bedrohten und Chaos und Schrecken hinterließen.

„Der Erste Große Krieg“ (Beginn EZ)

Die zentrale Mission des Magierordens bestand darin, die Geheimnisse der Magie zu erforschen und deren Kräfte zu entschlüsseln. Eines Tages jedoch traten unerwartet die Dunkelelben in Erscheinung, ein geheimnisvolles Volk, das über außergewöhnliche Sensitivität für magische Energien verfügte. Zunächst wurden sie freundlich in den Orden aufgenommen und bereicherten das Wissen der Mitglieder mit neuen Fähigkeiten wie Geistesbeeinflussung und Gedankenlesen. Während die Macar von diesen faszinierenden Möglichkeiten in ihren Bann gezogen wurden und eifrig versuchten, diese Talente zu erlernen, blieben die Elben und Zwerge skeptisch und äußerten Bedenken über die ethnischen Implikationen dieser Magie. Die Menschen hingegen waren gespalten: Einige sahen in der Integration der Dunkelelben eine Chance, ihre eigenen magischen Kenntnisse zu erweitern, während andere in der zunehmenden Macht dieser Fremden eine Bedrohung für das Gleichgewicht der magischen Welt witterten.

Inmitten dieser Spannungen entwickelte sich eine intensive Debatte über die Verantwortung und die Gefahren, die mit dem Einsatz solcher Fähigkeiten verbunden gewesen waren.

Als die Dunkelelben ihre magischen Fähigkeiten im rasanten Tempo verfeinerten und sogar versuchten, die Gedanken der Ordensmitglieder mit mächtigen Zaubern zu beeinflussen, geriet der Orden zunehmend außer Kontrolle. Innerhalb der Reihen der Macar und Dunkelelben formierten sich Gruppen, die diese neu entdeckte Macht nutzen wollten, um ihre eigene Art von Magie zu entwickeln und voranzutreiben. Diese Ambitionen führten zu einer offenen Rebellion gegen den festgelegten Kodex des Ordens. Viele Mitglieder begannen, die magischen Künste für persönliche Interessen zu missbrauchen, was letztlich zu einer Fragmentierung der Gemeinschaft führte.

In der Folge spitzte sich die Situation zu, und der Orden zerbrach endgültig, was den Ausbruch des Ersten Großen Krieges einleitete, der die Dunkelelben, Macar und andere Mitglieder in einen erbitterten Konflikt stürzte. Diese Zeit des Umbruchs führte nicht nur zu unvorstellbaren Verlusten, sondern auch zu tiefgreifenden Veränderungen in der Welt und den politischen Strukturen der beteiligten Völker.

Die Dunkelelben, Macar und andere abtrünnige Zauberer vereinigten sich unter der Führung des charismatischen Atharna Sarr, um die „Die Einheit von Sarr“ zu gründen. Angesichts der wachsenden Bedrohung durch die Macht der anderen Magieanwender, die sich bald zur berüchtigten Weißen Inquisition zusammenschließen würden, sah sich Sarr gezwungen, seine Truppe in den unvermeidlichen Krieg zu führen. An verschiedenen Orten der Welt wurden Länder zu blutigen Schlachtfeldern, auf denen sich die Mächte der Dunkelheit und des Lichts gegenüberstanden.

Die entscheidende Auseinandersetzung fand schließlich in der Schlacht von Esgarion statt, wo Sarr und seine Anhänger ihren Mut und ihr Können auf die ultimative Probe stellten.

Trotz ihrer Entschlossenheit und ihrer überlegenen Taktik mussten sie sich jedoch dem Übergewicht ihrer Gegner beugen. „Die Einheit von Sarr“ fiel, und nur eine Handvoll Überlebender gelang die Flucht in unbekannte Regionen, wo sie das Schattenreich gründeten, das von ihren neu ernannten Hexern geführt wurde. Diese neuen Herrscher, umgeben von Geheimnissen der dunklen Magie, schmiedeten Pläne für eine Rückkehr, um ihre verlorene Ehre wiederzuerlangen und Rache zu üben.

Die siegreichen Mächte des Krieges formten den Orden der Weißen Inquisition, während eine ausgewählte Gruppe aus ihren Reihen den Hohen Rat ins Leben rief. In der Nachkriegszeit schlossen sich zahlreiche Nationen zusammen, entschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und eine einheitliche Front zu präsentieren. Der Adel wählte Isilmir Tavanaei als ersten König, der als Führer des neu gegründeten Vereinigten Königreichs fungierte. In diesem klugen strategischen Bündnis trat auch der Orden der Weißen Inquisition bei, um nicht nur dem neuen Königreich zu dienen, sondern um Frieden und Stabilität zu gewährleisten. Gemeinsam schworen sie, jegliche aufkommende Bedrohung abzuwehren und die Werte von Ordnung und Gerechtigkeit über die Grenzen hinweg zu verteidigen.

Erster Oberster König des Vereinigten Königreichs (VK): Isilmir Tavanaei (Atharna)

Die Entstehung Athelas.
Die Entstehung Athelas.

Worte zu Goron

„Die Geschöpfe [Zwerge] meines künstlerischen Schaffens, wurden aus dem rohen Gestein meiner Gedanken geboren und nehmen nur durch meinen Willen Gestalt an; sie bewegen sich, wenn ich gedenke, sie zu bewegen, und wenn mein Geist an einem anderen Ort verweilt, so stehen sie still.“

Goron ist der Schöpfer der Zwerge, der Hüter über die kostbaren Ressourcen der gesamten Welt und der Meister sämtlicher Handwerke. In den tiefen, unbeleuchteten Höhlen Athelas formte er seine Kinder und brachte ihnen frühzeitig bei, die Vielfalt und die Schönheit ihrer Umgebung zu erkennen und zu schätzen. Zudem lehrte er ihnen ihre eigene Sprache Kalik, die ihnen eine einzigartige Identität verleiht.

„Sie werden als Schatten in den Tiefen der Erde leben, unbesorgt über das Geschehen an der Oberfläche. Doch werden sie hervortreten, wenn der Hunger sie drängt und das brennende Holz ihrer Schmieden zur Neige geht.“

Goron gehört zu den Hauptgestaltern Athelas; seine Hände schufen die majestätischen Gebirge, die tiefe Schatten in die Welt werfen. In seiner Weisheit und auf die Bitte der anderen Wächter entwarf er mit seinem mächtigen Schmiedehammer die beiden Himmelskörper Anhár und Anhúr, die Athela im stetigen Wechsel erleuchteten.

In der Zwergensprache wird Goron ehrfurchtsvoll „Dûr“ genannt, was „Vater“ bedeutet und seine beschützende Rolle in der Lebenswelt dieser Geschöpfe unterstreicht.

Worte zu Timtai

Der Wächter und Schöpfer der Menschen ließ seine Geschöpfe mit dem sanften Strahlen des Sonnenlichts erwachen. Timtai, der König aller Wächter, war auch ein weiser Berater, der den Schöpfern Nura und Emphis am engsten verbunden war. Er hatte ein tiefes Verständnis für ihre Visionen und trug dazu bei, die Grundsteine ihrer Schöpfung zu legen. In seinen Augen spiegelte sich das Licht der Sterne, und mit jeder auferstandenen Seele spürte er den Puls des Lebens, den er mit seiner Fürsorge und Weisheit leiten wollte.

Timtais widmete sein Augenmerk auch der Fruchtbarkeit der Böden Athelas, um das Gleichgewicht von Feldern, Äckern sowie der vielfältigen Flora und Fauna, die diese Landschaft prägten, zu erhalten. Aus diesem Grund wurde er mit dem ehrwürdigen Titel „Herr aller Leben“ bedacht.

Sein Thron erhob sich auf dem Gipfel des Montequais, dem höchsten Punkt der Welt, von dem aus er ganze Athela überblicken konnte. Wenn Timtai auf seinem Thron verweilte und mit dem Silír, dem Auge der Weitsicht, in die Ferne schaute, durchdrang sein Blick die dichten Nebel und die erdrückende Dunkelheit, während er die unergründlichen Weiten des Meeres erfasste.

Er beauftragte sowohl Goron als auch Elvea, die rätselhaften Aktivitäten von Selûmil eingehend zu überwachen. Dies geschah, weil Selûmil sich intensiv mit der geheimnisvollen Energie auseinandersetzte, die seit der verheerenden Energieexplosion die Welt durchdrang und deren Auswirkungen bislang unbekannt geblieben waren.

Worte zu Elvea

Elvea, die strahlende Elbin, war von außergewöhnlicher Schönheit. Ihr goldenes Haar glänzte im Schein von Anhár wie flüssiges Gold. Ihre helle Haut schimmerte sanft und schien das ewige Licht, das in ihr pulsierte, widerzuspiegeln. Sie bewegte sich mit einer Anmut, die an den Tanz der Winde erinnerte, und ihre Augen strahlten in einem tiefen Grün.

Es wird erzählt, dass der Glanz ihrer Erscheinung nicht nur anhand ihres göttlichen Daseins zurückzuführen war, sondern auch von der Reinheit ihres Herzens, das von Mitgefühl und Weisheit erfüllt war. In ihrer Gegenwart wussten ihre Kinder stets von einer warmen Aura umgeben, die Trost und Liebe versprach.

Die funkelnden Sterne, die den Himmel über Athela erleuchteten, wurden aus den silbernen Blüten ihres Silberbaums gebildet, der in voller Pracht und mit einer romantischen Eleganz in ihrem Garten erblühte. Durch diese wunderbare Schöpfung erwarb sie den ehrwürdigen Titel „Die Sternenkönigin“, eine Bezeichnung, die ihr sowohl Ansehen als auch Bewunderung einbrachte, und sie erfüllte Anhúr und Anhár mit dem ewigen Leuchten.
Es heißt, sie habe in die Herzen aller Elben einen strahlenden Stern gesetzt, der ihnen das Geschenk der Unsterblichkeit verlieh, so dass die Geschichten von Elben, die für alle Zeit im Einklang mit den Sternen leben, bis heute erzählt werden.

In der Dämmerung, wenn die Sterne den Himmel erhellen, werden sie von ihren Kindern mit liebevollen Liedern geehrt und besungen. Ihr einst zentraler Name hat sich in unzähligen Gedichten und Gesängen manifestiert, die jedoch nur zu besonderen Anlässen zum Leben erweckt werden. Diese zeitlosen Worte und Melodien erinnern an die tiefe Verbundenheit und den nachhaltigen Einfluss, den sie auf die Herzen ihrer Nachkommen ausgeübt hat, und lassen ihre Präsenz auch in der Gegenwart weiterstrahlen. Mit dem Erklingen der Lieder wird ein Stück ihrer Geschichte lebendig, während das Licht der Sterne nostalgische Erinnerungen weckt, die niemals ganz verblassen.

Worte zu Selûmil

Selûmil war die Einzige, die ein tiefes und brennendes Interesse für die geheimnisvolle Energie zeigte, die Athela seit der Zerschlagung der Geistwesen durchdrang. Dieses lodernde Verlangen trieb sie nicht nur dazu, ihre eigenen kreativen Ambitionen verfolgen, sondern auch zu erwägen, sich von den einstigen Zielen der Schöpfer abzuwenden, um ihre individuellen Visionen zu verwirklichen.

Getrieben von Neid und einem unstillbaren Machtdrang schloss Selûmil sich von der Gemeinschaft der Wächter aus und hegte den Plan, die Erstgeborenen ihrer Geschwister zu unterdrücken, da ihre eigenen Kinder, die Macar, ihr nicht ebenbürtig erschienen. Besonders als sie erkannte, dass die Elbenkinder ihnen in Fähigkeiten und Anmut weit überlegen waren, zog sich Selûmil verletzt in die dunklen Tiefen der Schatten zurück. In ihrer Einsamkeit, genährt von verletztem Stolz und Missachtung für ihre Geschwister, vertiefte sie sich mit einem Eifer in die Erforschung der ihr unbekannten Energie – der Magie –den die anderen Wächter als überflüssig erachteten. Während ihre eigenen Macar von ihr vernachlässigt und unbeachtet blieben, wählte Selûmil, getrieben von Obsession Machtgier, die Schatten als einen wohlgefälligen Rückzugsort, um ihre finsteren Experimente ungestört fortzusetzen.

Im Laufe der Zeit fraß die Eifersucht sie bis auf das Mark, und ihr Wesen verwandelte sich in eine gnadenlose Tyrannei. Die Weisheit, die sie einst auszeichnete, war einem perfiden Listenspiel gewichen. Sie wurde zur Meisterin der Lüge, um alles, was ihr von Nutzen sein konnte, nach eigenen Vorstellungen zu formen und zu manipulieren. Ihre einst blühende Schöpfungskraft setzte sie nun für Zerstörung, Verzerrung und die Trivialisierung des Nachgeahmten ein. Die neuen Geschöpfe, die sie heimlich ins Leben rief, waren lediglich ein Abklatsch dessen, was einst von anderen, insbesondere ihrer Schwester Elvea, erschaffen worden war. Aus dem Feuer ihres Hasses und den finsteren Tiefen der Erde gebar sie die Dunkelelben. Doch als das Erste Zeitalter anbrach, schworen die Dunkelelben den Hexern ihre Loyalität und befreiten sich von der Kontrolle ihrer Schöpferin.

Im Ersten Zeitalter errichteten die Macar nahe der Hauptstadt Duh’Ghauk im Land Asna einen Tempel, der heute als heilige Stätte gilt, in der Opfergaben zu Ehren Selûmil verbrannt werden. Neben dem Opfertempel steht der alte Silberbaum Elveas mit seinen matten, blattlosen Ästen, die wirken wie die knorrigen Finger eines verwunschenen Wesens. Geduldig verharrt er an diesem Ort, eine stille Mahnung und ein Hohn gegenüber der Sternenkönigin, während er die geheimnisvollen Geschichten und das Rauschen der Zeit bewahrt.

Die Timeline

  • „Der Krieg der Klänge“
  • „Die Zeit der Entstehung und Veränderung“
  • „Das Sementum“ oder „Die Jahre der Saat“

227 Jahre vEZ

  • Das Erwachen der Magie

Das Jahr 0 (Beginn EZ)

  • Der Erste Große Krieg

Das Jahr 75 - 100 (EZ)

Kurzgeschichten
Cover Die Dunkelelben-Chronik I - Sammlung I & II

Das Jahr 508 - 519 (EZ)

  • Der Krieg der Mächte

Das Jahr 1115 (EZ)

Kurzgeschichten
Cover Die Dunkelelben-Chronik I - Sammlung III

Das Jahr 2075 - 2100 (EZ)

Kurzgeschichten
Cover Die Dunkelelben-Chronik I - Sammlung IV